![]() |
300 (2006)Uäh!! Da muss man sich ja schon überlegen, ob man überhaupt was dazu schreiben soll. Okay, ich räume ein, die Spartaner waren krass drauf. Nicht umsonst heißt diese Seite crypteria.com nach dem nicht zimperlichen Umgang der Spartaner mit den Heloten (Sklavenvolk der Spartaner, in Überzahl vorhanden). Kurz zusammengefasst durften junge Spartaner, um ihre Kriegstüchtigkeit unter Beweis zu stellen, jährlich nach Lust und Laune Heloten metzeln - dieses Schlachfest bekam dann den hübschen Namen crypteria. Eine etwas wissenschaftlichere Erklärung liefert folgende Seite: http://en.wikipedia.org/wiki/Crypteia Da wundert es nicht, dass es auch wahr ist, dass Spartaner schon im Kindesalter gedrillt und gestählt wurden. Aber dann geht es schon los mit den Gehirnkrämpfen. Nicht unbedingt das Aussehen der Schauspieler störte mich, sondern deren Mimik. Nach und nach wurde mir klar, dass sich eine skurrile Ami-Mimik in den Film geschlichen hatte, die so gar nicht zum Thema und zu den antiken Spartanern passen wollte. Zusammen mit den superplatten Kampf-, Durchhalte- und Siegsprüchen (ich sah mir den Film auch noch auf Englisch an) war mir bald nicht mehr klar, wen ich da vor mir hatte: Spartaner gegen Perser oder Amerikaner gegen Irakis. Wer kämpfte denn nun dort auf der Leinwand? Am abstrusesten erschien mir die Darstellung des Xerxes. Denn auch wenn sich dieser Mann sehr mächtig fühlte, so war er doch - darf man Bildhauereien aus seiner Zeit Glauben schenken - in Wahrheit nur ein bärtiges Männchen. Bärtiges Männchen! Kein fünf Meter großer Transvestit, der zu lange unter der Sonnenbank war und dann in den Schminkkasten gefallen ist. Nun gut. Imposant war das anzusehen, dem Historiker blutete jedoch das Herz. Das einzig gute an dem Film war seine Machart. Schöne Bilder gab es da, zu denen man sich ein AH! und OH! kaum verkneifen konnte. Nur leider waren es Perlen vor die Säue. Die Geschichte hätte gut aufbereitet werden können, aber vor allem die Platitüden und die amerikanische Mimik der Schauspieler - ich wollte mir wechselseitig die Ohren zuhalten oder aus dem Kino stürzen - haben den Eindruck des Films so stark geschmälert, dass er für mich zu den schlechtesten Filmen aller Zeiten gehört. Eben weil sich die unangenehmen Aspekte so stark aufdrängten, dass sie durch die geniale Machart, die Farben und die Bildgewalt nicht mehr wettzumachen waren. Zudem gab es meiner Meinung nach zu wenig Kampfszenen (ich mag weder Mel Gibson noch so komische Storys wie in Braveheart, aber die Kampfszenen sind bislang die besten, die ich je gesehen habe) zu sehen und stattdessen eine Billigporno-Sexszene. Mal ehrlich, auch wenn unsere Pseudospartaner tolle Körper hatten - wollen wir wirklich sehen, wie Leonidas seine Frau von vorn, hinten, oben und unten nimmt? Wollen wir das? Nun, ich wollte nicht. Kein Spartaner-F*cki-f*cki, keine Durchhalteparolen für den Irakkrieg, ich hatte mir anderes, besseres vorgestellt. So war es nur Entertainment für einfältige Bush-Anhänger, die herrlichen Bilder verschwendet, insgesamt eine große Enttäuschung.
|
|||
CREEP (2005)Manchen spontanen Ausflug ins Kino bereut man recht bald. So auch bei diesem derzeit überall eifrigst beworbenem Film. Nach etwa der Hälfte nervenaufreibenden Fangenspielchens in der nächtlichen Londoner U-Bahn ist alles kaputt und die Geschichte wird unlogisch, platt und blöd. In der Sekunde, in der Kates Taschenlampe wieder angeht und man das Gesicht des... hm... was eigentlich? Nennen wir ihn der Einfachheit halber doch einfach Craig... In der Sekunde, in der man Craigs Gesicht also zum ersten Mal sieht... Diese Sekunde sollte auch die letzte des Filmes sein. Der messerschwingende Pseudo-Gollum mit dem Raubvogelschrei ist für den Rest des Films nur schwer zu ertragen. Abgesehen von den Fragen, die sich plötzlich auftun: Was macht der Typ da? Und wie sieht der eigentlich aus? Ist das Neurodermitis im Endstadium? Warum bringt er in einer Nacht plötzlich tausende von Menschen um und davor und danach keinen? Warum bringt er sie überhaupt um? Was sollen die Käfige im Wasser? Warum bringen die Protagonisten das mordende Monstrum nicht richtig um, bevor sie die Flucht ergreifen? usw. usw. *gähn* So reiht sich Minuspunkt an Minuspunkt. Immerhin ein Film für die Spätvorstellung, denn nach dem Ende ist man so verärgert über den Film und die Geldverschwendung, dass man garantiert noch lange aufbleibt und sich aufregt... Aua, Franka, jetzt gehts abwärts... LEBE UND DENKE NICHT AN MORGENDie schrecklichste aller Vorstellungen: man freut sich auf den Freitag-Abend-Film, der gut anfängt, dann abflacht, man schläft daraufhin gegen 21:30 Uhr ein, weil aus dem Film wirklich die Luft raus ist, schreckt aber um 23:45 wieder aus dem schlaf, weil plötzlich alle Darsteller heulen und kommt nach eingehender Untersuchung des Videotext zu dem Schluss: Der Film läuft ja wirklich immernoch. Seit 20:15 Uhr! |
|||